In den Jahren unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg zeichnet sich zunächst wieder die Rückkehr zu Wachstum und wirtschaftlichem Erfolg ab. Doch der Börsen-Crash 1929 und die sich anschließende Weltwirtschaftskrise machen den Aufwärtstrend erneut zunichte. Konkurse, Massenarbeitslosigkeit und politische Wirren münden in die NS-Zeit.
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1929
Börsen-Crash und Weltwirtschaftskrise |
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Januar 1933 befürchten die deutschen Versicherungsunternehmen eine Verstaatlichungswelle. Die Verstaatlichungsdrohung besteht praktisch bis Kriegsende und erleichtert den Nazis, die Versicherungswirtschaft zur verdeckten Kriegsfinanzierung heranzuziehen. Unter diesem Druck bemühen sich die Unternehmen um linientreues Auftreten. Obwohl die Aachener und Münchener sich nicht als politische Gesellschaften verstehen, bekennen sie sich wie die meisten Unternehmen im Dritten Reich bei offiziellen Gelegenheiten zur Staatsführung, um ansonsten ungestört ihren Geschäften nachgehen zu können.
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1933 - 1945
NS-Zeit
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Mit grauenhafter Konsequenz werden unter der Diktatur der Nationalsozialisten jüdische Bürger verfehmt, verfolgt, eingesperrt und ermordet. Und sie werden um ihre Versicherungsansprüche betrogen. Die systematische Verfolgung der Juden führt dazu, dass Viele ihre laufenden Lebensversicherungen vorzeitig kündigen müssen. 1935 beschlagnahmen die Behörden alle verbliebenen mobilen Güter der jüdischen Bevölkerung. Versicherungen jüdischer Kunden werden durch staatliche Eingriffe aufgelöst, wobei der Rückkaufswert von Lebensversicherungen dem Regime zufällt. Die Reichspogromnacht am 9. November 1938, in der Tausende jüdischer Geschäfte und Synagogen verwüstet werden, erklären die Nazis zu einem kriegsähnlichen Ereignis, für das vertragsgemäß kein Versicherungsschutz besteht. Gleichzeitig jedoch werden die Versicherer angewiesen, die fälligen Ansprüche an den Staat auszuzahlen. 1941 schließlich verordnet das Regime Zwangskündigungen aller Versicherungen jüdischer Kunden.
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Der Holocaust und die deutsche Versiche-rungswirtschaft |
Als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches hat die Bundesrepublik für die staatlichen Enteignungen die Verantwortung übernommen. Seit 1953 wurden auf Grundlage des Wiedergutmachungsgesetzes entzogene Vermögenswerte, einschließlich Lebensversicherungen, individuelle Entschädigungen geleistet.
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1953
Wiedergutmachungsgesetz |
1997 und 1998 verklagen in den USA überlebende des Holocaust und deren Nachkommen zahlreiche europäische Versicherungsunternehmen wegen des Vorwurfs, diese hätten sich im "Dritten Reich" an den Policen ihrer jüdischen Kunden bereichert. Zu den Beklagten zählen u.a. auch die Assicurazioni Generali sowie die Aachener und Münchener Versicherung. Unter dem Eindruck der Welle der US-Einzel- und Sammelklagen gegen die Versicherungswirtschaft und angehalten durch eine branchenweite Anordnung der deutschen Versicherungsaufsicht recherchieren die während der NS-Zeit geschäftstätigen Konzernunternehmen in ihren Archiven nach möglicherweise noch unbezahlten Versicherungspolicen.
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Entschädigung für die Holocaust-Opfer

Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin |
| 1998 wird eine internationale Kommission zur Klärung und Abwicklung noch offener Versicherungsansprüche von Holocaust-Opfern und deren Erben, die "International Commission on Holocaust Era Insurance Claims" (ICHEIC, sog. Eagleburger-Kommission) errichtet. Der Kommission gehören neben Vertretern der amerikanischen und der israelischen Regierung, jüdische Opfer-Organisationen und US-Versicherungskommissaren auch europäische Versicherungskonzerne an. Die Unternehmen verpflichten sich im Rahmen von ICHEIC, nach verschollenen Policen zu forschen und im Falle von nach erleichterten Beweisregeln festgestellten Ansprüchen den Opfern bzw. deren Hinterbliebenen Entschädigungen zu zahlen.
Die nach weltweitem Aufruf bei der ICHEIC eingehenden Entschädigungsanträge aus offenen Versicherungsansprüchen, vornehmlich aus Lebensversicherungen, werden zunächst ihren Mitgliedsunternehmen und seit Ende 2002 über den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft auch der deutschen Versicherungsbranche zur Prüfung zugeleitet. Die in das Verfahren der ICHEIC einbezogenen Gruppenunternehmen Aachener und Münchener Lebensversicherung und Volksfürsorge Deutsche Lebensversicherung leisten seit dem in Fällen, in denen ein Versicherungsverhältnis festgestellt wurde, Entschädigungen, auch wenn der Nachweis einer unbezahlten Police nicht erbracht werden kann.
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Einrichtung der "International Commission on Holocaust Era Insurance Claims" (ICHEIC) |
Die Opfer erhalten die Entschädigungszahlungen aus dem von der ICHEIC verwalteten Entschädigungsfonds. Dieser ist Teil der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", die der Bundestag im Jahr 2000 einrichtet. Die Bundesstiftung verfügt insgesamt über einen Fonds, in den der Bund und eine Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft je 2,5 Mrd. Euro eingezahlt haben und an dem sich die deutsche Versicherungswirtschaft mit 275 Mio. Euro beteiligt. Die Generali Deutschland Gruppe gehört im Mai 2000 zu den ersten Unternehmen der Branche, die der Stiftungsinitiative beitreten.
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Bundesstiftung
"Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" |
Nach dem Zusammenbruch des Jahres 1945 steht die Aachener und Münchener vor einem Neubeginn. Die Direktion ist vor Kriegsende nach Erfurt verlegt worden und die Rückführung der Geschäftsunterlagen sowie des Geldvermögens nach Aachen gestaltet sich äußerst schwierig. Das Geschäftsgebiet in Mittel- und Ostdeutschland ist verloren. Bis zur Währungsreform 1948 verläuft der Wiederaufbau nur schleppend. Die Einführung der D-Mark wird jedoch zur Initialzündung für das deutsche Wirtschaftswunder, in dessen Folge auch die Versicherungswirtschaft einen spürbaren Aufwärtstrend erfährt. 1951 wird mit Prämieneinnahmen von über 46 Mio. D-Mark zum bisher erfolgreichsten Jahr der Aachener und Münchener Versicherung. In den Folgejahren boomt das Geschäft: Bis 1956 verdoppeln sich die Brutto-Beiträge.
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1945
Ende des Zweiten Weltkrieges und
Neubeginn |
Die 1964 erfolgte übernahme des Versicherungsbestandes der Oldenburger Versicherungs-Gesellschaft ist ein weiterer Schritt zum heutigen Verbund. Anfang der 70er Jahre zeichnet sich unter Neuordnung der Beteiligungsverhältnisse bereits die Entstehung eines Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzerns in der Form ab, in der er heute als Generali Deutschland Gruppe bekannt ist. Seit 1970 firmiert die bisherige Aachener und Münchener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft in ganz Deutschland (einschließlich Bayern) als "Aachener und Münchener Versicherung AG" und trägt damit der Erweiterung ihres Geschäftsbereiches Rechnung. Mit der Verschmelzung der Volkshilfe Lebensversicherung auf die Aachener und Münchener Leben 1970 wird der Gruppe ein starker Lebensversicherer zugeordnet. Im gleichen Jahr erweitert der sich formierende Konzern seine Beteiligung an der Badenia Bausparkasse und dehnt damit sein Angebot auf den Bereich Bausparen aus. Ein Jahr später erfolgt der Erwerb der Central Krankenversicherung, der ältesten Krankenversicherungs-AG Deutschlands, mit dem das Versicherungsangebot innerhalb der Gruppe komplettiert wird. Obergesellschaft ist die Aachener und Münchener Versicherung AG.
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1970
Die Aachener und Münchener entsteht

Central-Hauptverwaltung in Köln (1935) |
1972 übernimmt die Aachener und Münchener den deutschen Bestand der Cosmos Allgemeine Versicherungs-AG, Saarbrücken.
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1972
Übernahme der Cosmos-Versicherungsbestände |
Im Zuge der Verkaufserfolge in- und ausländischer Investmentgesellschaften setzt sich der Investmentgedanke in der Finanzszene immer mehr durch. Mit der Einführung der fondsgebundenen Lebensversicherung Mitte der 70er Jahre reagiert die Aachener und Münchener erfolgreich auf den Wunsch vieler Kunden, unmittelbar am Wirtschaftswachstum teilnehmen zu können. Damit beginnt nicht nur die Erfolgsstory der Fondsgebundenen Lebensversicherung für die Generali Deutschland Gruppe - bis heute haben die Konzernunternehmen hier einen Marktanteil von rund 30 % erreicht und behaupten die Marktführerschaft in diesem Geschäftsfeld. Eng verknüpft mit dieser Produktinnovation ist auch der Name Prof. Dr. Reinfried Pohl und die Mitte der 70er Jahre beginnende erfolgreiche Vertriebspartnerschaft der Generali Deutschland Gruppe mit der Deutschen Vermögensberatung.
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Produktinnovation
Fondsgebundene
Lebensversicherung

Prof. Dr. Reinfried Pohl |